Historisch gewachsenes Industrie-, Natur- und Vogelschutzgebiet

Historisch gewachsenes Industrie-, Natur- und Vogelschutzgebiet

Nahegelegen von hier aus nordwestlich befindet die ehemalige „Zeche Gustav“, ein mittlerweile durchaus historisches Industriegebiet. In der ehemaligen Zeche wurde 1903 Braunkohle abgebaut und bis 1925 erzeugte eine Brikettfabrik daraus Strom. 1928 übernahm die RWE das Werk und rüstete zunächst auf Steinkohle um. In den 60er Jahren wurde mit dem Bau der „Kernenergieversuchsanlage Großwelzheim“ begonnen. Die Ansiedlung der Kernenergieversuchsanlage fand – ebenso wie das Kernkraftwerk – seinerzeit große Zustimmung bei den Bürgern von Großwelzheim. Das Atomsymbol ist seit 1965 im Wappen von Großwelzheim (seit 1975 ebenso im Wappen von Karlstein) verankert.

Im Jahr 1925 wurde der Betrieb in den Gruben Gustav II und III eingestellt und die Pumpen abgeschaltet. Der fast 40 m tiefe Tagebau füllte sich allmählich mit Grundwasser und der Gustavsee entstand.

Das 18,2 ha große Vogelschutzgebiet Gustavsee (NSG-00382.01) gilt als einer der ornithologisch wichtigsten Rast- und Überwinterungsplätze für Wasservögel im nordbayerischen Raum. Durch seine beachtliche Wassertiefe friert der Gustavsee im Winter selten zu. Diese Tatsache bietet den überwinternden Vögeln eine Nahrungsquelle. 1957 wurde der Gustavsee zur Sicherstellung des Naturschutzes komplett umzäunt. Das Landesamt für Umwelt schlug den Gustavsee im Jahr 1978 als Vogelfreistätte vor. Die Gemeinde Karlstein leitete das Verfahren ein, den Gustavsee komplett unter Naturschutz zustellen. Bis dato (Ende 2021) sind die südöstliche Seefläche und die westliche Uferzone des Sees unter Vogelnaturschutz gestellt.

Eine Aussichtsplattform am südöstlichen Seeufer soll künftig natur- und vogelkundlichen Interessenten eine Sicht über den See und zur Beobachtung der Vogelwelt bieten, ohne diese zu stören. Das Projekt wird federführend vom Naturpark Spessart begleitet.

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